Hymne nach dem Sieg gegen Schweden #Em17
Für das heutige Spiel gegen Finnland haben sich die Herren viel vorgenommen. So wurde bei der Analyse des Schweden- Spiel vor allem Einzelaktionen sowie zu geringe Tauchbereitschaft kritisiert. Kapitän Lukas Tadda selbst versprach der Mannschaft sich deutlich mehr am Spielaufbau zu beteiligen, sieht er diesen als Schlüssel zum Torerfolg. Und vieles von dem was vorgenommen wurde, konnte auch umgesetzt werden. Nach kurzem Kampf unmittelbar nach dem Anhupen, konnte sich Deutschland bereits früh in der gegnerischen Hälfte festsetzten. Eine Vorlage von Andreas Weißenberger, unterstützt durch einen Block von Hannes Hofmann, konnte Mannschaftsführer Lukas Tadda zum 1:0 verwandeln. Die Führung in Minute 7 ließ Deutschland deutlich selbstbewusster auftreten, allerdings auch neue Schwächen aufzeigen. „Am gegnerischen Tor ist kein Ball. Also geht mehr zum Ball und hört auf euch alle immer ans Tor zu legen“, ermahnte Tadda seine Kameraden. Das angesprochene Aufbauspiel schwächelte in dieser Phase des Spiels am zu frühen Positionieren von Spielern. Gleichzeitig gelangen den Finnen zunehmende Befreiungsschläge. Eine dieser Gegenwelle kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit scheiterte an einem Torabschluss, obwohl der deutsche Korb unbesetzt war. Eine sehr gefährliche Situation, jedoch auch die einzige nennenswerte auf finnischer Seite zu diesem Zeitpunkt.
Lukas Tadda in der Halbzeitansprache
Für die zweite Hälfte wünschte sich Bundestrainer Wilhelm Nier noch mehr Impulse im Forechecking und brachte mit den Einwechslungen von Manuel Gassner und Martin Meskes zwei frische Stürmer ins Spiel. Dieser Wind verhalf Deutschland zu einem guten Start in Durchgang zwei. Erst in Minute 21 kam Finnland zur ersten eigenen Druckphasen und konnte für einige Minuten das Spiel in die deutsche Hälfte ziehen. Bis zum Ende des Spiels war dann aber wieder Deutschland die spielbeherrschende Mannschaft. 1.40min vor Ende des Spiels gelang Deutschland noch einmal eine intensiven Angriffsphase über mehrere Wellen, welche das Publikum auf der Tribüne mehrmals aufstöhnen lies. Es blieb allerdings beim prüfen der finnischen Verteidigung. Ein weiterer Treffer gelang dem deutschen Team nicht. Mit dem 1:0 Endstand ist Deutschland nun Gruppenerster und erwartet nun nach dem Ausspielen der Hoffnungsrunde seinen Gegner am morgigen Freitagnachmittag um 15Uhr deutscher Zeit.
„Jetzt kommen die KO Runden. Und gegen solche Teams (Finnland) können wir zu 0 spielen. Das haben wir gezeigt“, erklärt Lukas Tadda und spricht dabei auf die Historie Finnlands an, waren sie erst zuletzt 2005 Europameister und 2007 gar Weltmeister bei den Herren.
Ein spannende Wende gab es heute ebenfalls zu berichten. Das erwartete Torjagen der Schweden gegen die Türkei aufgrund des Direktvergleichs zwischen ihnen und Deutschland im Kampf um die Gruppenplatzierung wurde unerwartet und erstaunlich hoch von Schweden verloren. Nach einem 2:0 Rückstand zur Halbzeit, konnte die Türkei die Führung zu einem 5:0 ausbauen. Erstaunlich war dabei, dass Torschütze Andreas Bergenholtz die gesamte zweite Halbzeit das Spiel von außen betrachtete. Einige Stimmen bei anderen Teams vermuten, dass Schweden nicht unglücklich über die Niederlage sei, da aufgrund der gestrigen Niederlage von Weltmeister Norwegen gegen Dänemark, nun der Gruppenerste die Aufgabe hat den Weltmeister zu schlagen. Und dieser spielte am gestrigen Abend nicht in Bestbesetzung. Der Ausfall einer Flugverbindung sorgte dafür, dass ein wichtiger Spieler der Norweger gestern nicht dabei sein konnte, er soll aber heute zur Mannschaft dazu stoßen.
Auch das deutsche Team war sich dieser Konstellation vor Spielbeginn bewusst. Ein Taktieren oder Abschenken eines Spiels um Gruppenzweiter zu werden, war für den amtierenden Europameister zu keinem Zeitpunkt ein Thema.„Wir wollen unseren Titel verteidigen. Dafür haben wir das Team nominiert. Dafür sind wir hier“, machte Bundestrainer Wilhelm Nier deutlich.
Gruppensieg für deutsche Damen
Kapitanin Stefanie Nusser b ei der Wimpel- Übergabe
Im letzten Gruppenspiel der Gruppe B Damen ging es im direkten Duell zwischen Deutschland und Schweden um den Gruppensieg. Schweden hätte zum Gruppensieg bereits ein Unentschieden gereicht, Deutschland unter Zugzwang brauchte für den Gruppensieg einen Sieg. Und ebenso aktiv begannen die deutschen Damen auch die Begegnung. Bereits nach drei Minuten gab es die eine 2- Minuten Strafe für Schweden wegen Halten am Korb. Deutschland in Überzahl drückte Schweden bedrohlich an den Korb und konnte einige gute Chance herausspielen. Die Schwedinnen waren zu diesem Zeitpunkt frisch genug um die Strafzeit unbeschadet zu überstehen. Deutschland ließ aber auch im Anschluss an das Powerplay Schweden nicht aus der eigenen Hälfte. In der 11 Minute dann erlöste Laura Büchner ihre Mannschaft mit dem
Nadine Griebl beglückwünscht Laura Büchner zum Tor
verdienten 1:0 Führungstreffer. Eine weitere gute Chance folgte bereits zwei Minuten später. Schweden hatte lediglich in den letzten 30 Sekunden der ersten Hälfte eine kurze Druckphase in der deutschen Spielfeldhälfte.
Nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel zunehmend ruppiger. Die Schiedsrichter ließen jedoch viele Szenen laufen. So nahm neben der Aggressivität im Spiel auch die Anzahl der Kämpfe an der Wasseroberfläche zu. Ungewöhnlich dabei oft, dass phasenweise bis zu 5 Spielerinnen sich an den Klammereien beteiligten.Dennoch wurde das Spiel deutlich von Deutschland dominiert. In Spielminute 25 konnte ein Angriff Deutschlands nur durch eine Schulter im Korb verhindert werden. Der Schiedsrichter entschied zurecht auf Strafwurf. Regina Pavlovic verwandelte diesen souverän nach nur 18 Sekunden gegen die schwedische Nummer 9 Therese Blennert. Das nun zunehmend hitzige Spiel wurde gleichzeitig auch immer lauter. Das Spiel wurde nicht nur zunehmend an die Wasseroberfläche gezogen, sondern auch von teilweise harten und auch unfairen Tätigkeiten begleitet. Die internationalen Schiedsrichter legte diese allerdings als sportlich- internationale Härte aus. Nadine Griebl verschaffte sich selbst Luft mit dem 3:0 in der 29min und ließ ihrer Freude lautstark freien Lauf.
Ein durchweg kontrolliertes Spiel ließ die schwedischen Damen lediglich in der Schlussphase zu einer Torchance kommen. Eine dieser wenigen Torgelegenheiten reichte den Schwedinnen zum 3:1 Ehrentreffer 40 Sekunden vor Ende der Partie.
– Torsten Stanschus
Heutige Spiele:
Herren Blau
Norwegen/Spanien/ Türkei – Deutschland 15Uhr deutsche Zeit
Damen Blau
Finnland – Deutschland 14Uhr deutscher Zeit
Ausblick:
Die deutschen Herren wird der Halbfinalgegner erst noch durch eine Hoffnungsrunde ausgetragen. Am

Wechselbank mit Andreas Weisenberger, Sebas tian Lange und Lukas Tadda (von rechts)
wahrscheinlichsten ist die Halbfinalkonstellation gegen Norwegen. Bard- Inge Peterson, Matchwinner im WM Finale 2011 und 2015, wird rechtzeitig zum Spiel dabei sein. Im Vorrundenspiel gegen Dänemark hatte er noch gefehlt. Norwegen, als amtierender Doppelweltmeister, gilt natürlich auch als Finalfavorit. Die Konstellation Deutschland und Norwegen, die sowohl das letzte EM Finale 2010 sowie die beiden WM Finale 2011 und 2015 austrugen, hat den Stellenwert eines Finalspiels. 2011 gelang Norwegen in exakt demselben Becken der erste WM Sieg in der norwegischen Unterwasserrugby Geschichte. Bard- Inge Peterson erzielte damals den Siegtreffer bei einem 2 Minuten Überzahlspiel. Morgen werden die Karten sicherlich neu gemischt. Das deutsche Team muss nicht verstecken und hat bewusst diesen Weg und diese Begegnung gesucht. Anpfiff ist um 15Uhr deutscher Zeit.
Bei den Damen steht der Gegner Finnland bereits fest. Mit drei Siegen aus drei Spielen und einem Gegentor steht Deutschland als Favorit fest. Finnland kämpfte sich durch ein 2:1 gegen die Türken und ein 1:0 gegen Dänemark ins Turnier, verlor allerdings gegen Vizeweltmeister Norwegen mit 0:1. Die Norwegerinnen vermissen aber noch eine wichtige Spielerin. Amanda Barsten stößt erst am Samstag zu den Endspielen zu ihrem Team dazu. Auf der Weltmeisterschaft 2015 in Cali gewann Deutschland schon einmal gegen Finnland mit 1:0. Morgen haben die Finninnen jedoch Heimspiel und eine große Fangemeinde hinter sich.
Morgen beginnen nun die KO Runden – Spiele. Und direkt zum Auftakt mit gleich zwei hochklassigen Begegnungen.
Anekdoten:
- Die 5:0 Niederlage der schwedischen Herren dürfte vermutlich die höchste Niederlage sein, die eine schwedische Nationalmannschaft auf einer offiziellen Meisterschaft je hatte.
- Die türkischen Herren konnte auf dieser EM bisher in jedem Spiel (Deutschland, Finnland, Schweden) in Halbzeit eins ein Tor erzielen.
- Die Damen aus Österreich haben mit dem Unentschieden gegen Spanien heute ihren ersten Punkt der jungen Damen- Nationalmannschaftsgeschichte geholt.
- Es gibt im Hotel beim Frühstücks Buffe einen Schokobrunnen, in den man Früchte und „Rattenspeck“ mit Schokolade
Mehr über die EM17 in Helsinki
Spielplan von der Europameisterschaft: http://bit.ly/UWR-EM17
Weitere Berichte von der Nationalmannschaft: Tagebuch Helsinki
Livestream: http://www.aapiskukko.com/uwrec



